RSS Feed

Zu Besuch bei Google in Mountain View

22.10.2008 by naden

Am 4. Oktober hatte ich das Vergnügen einer privaten Führung durch den Googleplex im kalifornischen Mountain View.

8:30 in der Lobby von Gebäude 41 verabredet. Erster Eindruck, hier sieht es sehr viel lockerer aus als erwartet. Nach einem kurzen Wortwechsel mit der Empfangsdame druckte ich mir am Computer einen Besucherausweis mit meinem Namen, meiner Firma und dem für mich zuständigen Begleiter (Host) aus. Dann ging es auch schon los.

Der erste Eindruck täuschte nicht: Alles erinnerte an ein Startup aber an eines, das sich diesen Charakter leisten kann. Sketchboards an allen möglichen Plätzen im Gebäude – als erstes lachte mich eine Wand voller Notizen über Knol an. ( Leider durfte ich keine Fotos innerhalb des Gebäudes machen. ) Es ging weiter durch eine der zahlreichen Mini-Cafeterias. Im Vorbeigehen habe ich einen Kaffee-Latte mitgenommen. Der war leider kalt und verschwand schnell im nächsten Mülleimer und ich durch einen Glasgang in ein angrenzendes Gebäude. Von dem Gang aus waren zwei Strömungsbecken zu sehen, in denen ein junger Mann unter den wachsamen Augen eines Rettungsschwimmers kraulte. Prädikat: Haben wollen!

In der Lobby des nächsten Gebäudes wurde es etwas interessanter. Dort projizierte ein Beamer die aktuellen Suchanfragen in allen erdenklichen Sprachen auf die gegenüberliegende Wand. Ich konnte “Paris Hilton” und “Highschool Musical” erhaschen. Auf mein Nachfragen bestätigte man mir, dass diese Suchanfragen schon auf Barewords gefiltert wurden. Genau wie auch der Google Zeitgeist, damit man nicht Wörter wie MILF o.ä. in der Lobby lesen muss ;) Hört sich spektakulärer an als es ist. Durchquert man die Lobby ein zweites mal, achtet man kaum mehr auf die Projektion. In der Lobby standen noch einige große Flatscreens. Auf einem war ein in Flash programmierter Globus zu sehen, auf dem die aktuellen Suchanfragen nach Land und Sprache in einer anderen Farbe und mit verschieden hohen Peaks dargestellt sind. Eine nette Spielerei, die an das animierte Logo von Universal erinnert.

Weiter ging es über den Campus, das Flair einer luxuriösen Uni drängt sich auf: Volleyballplatz, Billard-, Massage- und Ruheräume, eine Firmen-Cafeteria die ich so noch nicht erlebt habe. Zur Erinnerung – wir befinden uns in Amerika, aber von Fast Food keine Spur. Die Google-Küche bietet wirklich für jeden Geschmack etwas. Ich hatte einen wirklich gelungenen Lychee Smoothi, einen Bagel mit Zwiebeln und einen kleinen Muffin aus süßem Maismehl. Da in der Cafeteria Googler aus allen Bereichen zusammenkommen und keinerlei Kleiderordnung herrscht, sieht man einen buten Durchschnitt der Mitarbeiter.
Neben krassen Freaks, mit langen ungewaschenen Haaren, Jesuslatschen und unmöglichen Klamotten (dem einen hätte ich am liebsten einen Dollar zugesteckt), sieht man eine Menge sehr sportlicher Leute, Normalos aber keinen einzigen Anzugträger. Sergey und Larry, die im gleichen Gebäude arbeiten, habe ich leider verpasst.

Nach der hervorragenden Stärkung und einer interessanten Unterhaltung, habe ich erstmal die Toiletten gecheckt, um das Gerücht zu bestätigen ob wirklich auf jedem Lokus Printouts von Sourcecodelistings hängen. Ist tatsächlich so. Genial! So arbeitet man auch noch beim stuhlen! Ich habe mit etwas Zeit gelassen und eine Paper über ein Java basiertes Tool gelesen, was sich als iframe in die zu entwickelte Webseite einbinden lässt und die Größenänderung der eingebundenen Javascript-Dateien während der Entwicklung anzeigt. Ob man das braucht sei mal dahingestellt, interessant war es auf jeden Fall. Das zweite Paper beschäftigte sich mit Bash Scripting. Hat man nun zu einer der Klolektüren eine Idee, so kann diese via Intranet melden, sich an dem Script/Programm beteiligen etc.

Zum Abschluss der größte Witz, von den Personen, mit denen ich gesprochen habe, kannte keiner Matt Cutts und seinen Blog erst recht nicht.

Insgesamt hatte ich mir den Googleplex futuristischer vorgestellt. Trotzdem bleibt der positive Eindruck, wie heimelig man einen multinationalen Konzern gestallten kann.

Teile diesen Beitrag

Folge mir

TwitterGoogle+XingFacebookRSS-Feed

Ähnliche Beiträge


5 Kommentare »

  1. Chris sagt:

    Lese solche Berichte über den Googleplex sehr gerne, und dieser war sehr gut geschrieben.

    Ansich schon faszinierend, wobei sich das Ganze bestimmt relativiert, wenn man dort fest arbeitet und Tag ein Tag aus verkehrt.

    Achja, wie kommt man den in den Genuss einer privaten Führung? ;)

  2. naden sagt:

    Wie gesagt, schon beim zweiten mal in der gleichen Lobby achtest du kaum mehr auf den Beamer mit den Suchanfragen.

    Ich hatte bei Google einige persönliche Kontakte, die ich angerufen habe als, ich in San Jose war. (ja, man kann tatsächlich eine Telefonnummer bekommen ;)

  3. Carsten sagt:

    Hab vor ner Weile ein paar kurze Aufnahmen vom Google-Campus im Fernsehen gesehen. Deine Beschreibung hat das Bild nochmal abgerundet. Tolle Sache – ich wünschte ich hätte auch mal die Gelegenheit… :)

  4. Bernd Salz sagt:

    Hi,
    eine solche Möglichkeit würde mich und meine Frau auch interessieren. Wir sind ab dem 22.5 in den USA und Anfang Juni nahe des google Headquarters. Hast du einen Tip, ein solches Event auch erleben zu können?
    Vielen Dank und Gruss aus Köln
    Bernd Salz

  5. naden sagt:

    Leider kann ich dir nicht helfen. Ich hatte dort einen persönlichen Kontakt, der mir das ermöglicht hatte.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>