Habt ihr schon einmal versucht, im deutschsprachigen Internet bei einem Community-Projekt aktiv zu sein. Nein? Besser so, wahr euch euren Seelenfrieden.
Eigentlich halte ich meine Blog von solchen Unmutsäußerungen frei und konzentriere mich auf technische Themen, die mir bei der täglichen Arbeit unterkommen. Heute muss ich leider eine Ausnahme machen, denn gestern habe ich mich über einen Querkopf sehr geärgert, der mich sogar beschuldigt unredliche Absichten zu haben – ungeprüft und ohne Interesse daran, die simple Wahrheit zu erkennen.
Ich hole dazu ein klein wenig weiter aus.
Auf einem kürzlich in Berlin stattgefundenem WordPress-BarCamp hatte ich eine Session gehalten.
Dafür hatte ich ein nützliches Script, was auf einer WordPress Installation basiert und von mir bereits seit geraumer Zeit selber benutzt wird, auf Hochglanz poliert, dokumentiert und Session-Slides angefertigt.
Zusätzlich hatte ich sogar eine gut zu merkende Domain registriert, auf der ich alles Material ansprechend aufbereitet zur Verfügung gestellt habe.
Ich weiß, es ist unsinnig, aber ich möchte betonen, dass natürlich alles komplett kostenlos ist.
Die Session an sich war gut und das Feedback und Interesse der Zuhörer vorhanden. Als kleinen Bonus, da für das Script relevant, durfte sich jeder Teilnehmer nach der Session eine dreistellige DE-Domain zur eigenen Nutzung aussuchen. Das haben auch diverse Leute dankend getan.
Nun kommen wir zum kuriosen Teil. Nach der Veranstaltung wurde eine Liste mit Ressourcen zu den Sessions auf dem Blog des Veranstalters veröffentlicht.
Darunter auch mein Session-Slides bei Slideshare. Super dachte ich und merkte per E-Mail an, dass man doch bitte noch den Link zum Download des Materials neben dem Verweis auf die Slides einfügen möchte.
Das war ein Fehler. Mir wurden per E-Mail undurchschaubare und kommerzielle Interessen unterstellt. Zusätzlich wurde noch generell bezweifelt, dass ich wirklich 3-stellige DE-Domains verteilte!
Das alles, ohne sich die Session überhaupt angehört oder die zum Download verfügbaren Scripte ausprobiert zu haben!
Komische Sache, aber man steckt ja in den Köpfen der Leute nicht drin. Ich nahm an, eine kurze Antwort würde für Klarheit sorgen. Dem war aber nicht so. Mein Kommunikationspartner blieb bei seinen paranoiden Ausführungen ohne sich die Mühe zu machen, den Sachverhalt kurz zu prüfen. Nach einer erneuten Antwort und der daraufhin folgenden Erwiderung gab ich auf.
Es ist leider oft so. Gib einem Niemand etwas Macht und er benimmt sich in seinem Dunstkreis wie ein Halbgott. Warum massieren sich immer Leute ohne Fahrschein für das richtige Leben in solchen Positionen und vermiesen den normalen Menschen die Lust am mitmachen?
Würdet ihr euch nochmal die Mühe machen, für eine solche Veranstaltung etwas zu präsentieren, obwohl ihr wirklich Ahnung und etwas zu sagen habt? Wohl eher nicht. Ich auch nicht!
Die Irritationen drehten sich um die Seite www.short-url-script.de. Urteilt selbst.
Never argue with an idiot, they drag you down to their level and beat you with years of experience
- unknowen


Hallo Naden,
ich bin eigentlich durch Zufall auf Deine – wie ich finde – sehr auf das Wesentliche konzentrierte Seite gestossen. Habe – ebenfalls durch Zufall :) – diesen Artikel gelesen.
Weisst Du, ich habe so etwas (in anderer Form) auch schon öfter mitgemacht. Dabei fällt mir immer wieder gerne meine Lieblingsantwort auf die Frage ein, wovor ich am meisten Angst habe; ich sage dann immer “ich habe etwas Flugangst, etwas Höhenangst, aber so richtige Angst habe ich nur vor DUMMEN MENSCHEN, DIE SIE SICH PLÖTZLICH ZUM HANDELN UND ZU HÖHEREN DINGEN BEMÜSSIGT FÜHLEN”
Die meisten, die das ebenfalls schon mal erlebt haben, schreien sofort “Stimmt!”
Immer wieder ein Erlebnis… :)
Liebe Grüße
von Andreas
P.S. Ich habe erst überlegt, warum Du Deinen Vornamen benutzt und Dann im Impressum Deinen Nachnamen gelesen. JA, ich finde auch, dass Naden ein toller Name und auch eine tolle Domain ist :)))
In dem Fall war der Mensch nicht dumm, sondern schwer paranoid.
Sehe ich genauso, und vor einem Jahr hätte ich mir nicht träumen lassen, mich einmal genau in der Position wieder zu finden, die ich bei anderen immer so schade finde. Täter-Opfer-Verdrehung nennt man das, glaube ich.
Um es kurz zu machen: Ich bin der, von dem du sprichst, und ich habe mich offensichtlich geirrt. Dafür und für den moralischen Schaden, der durch meinen Irrtum entstanden ist, möchte mich aufrichtig entschuldigen.
Irritiert hatte mich damals dieser Tweet von dir:
Aus heutiger Sicht habe ich ihn wohl zu ernst genommen, das kommt in der digitalen Kommunikation ja leider manchmal vor. Auf jeden Fall war er die Basis für das, was du als „Paranoia“ bezeichnest. Ich würde es übertriebene Vorsicht nennen, aber das kommt letztlich aufs Selbe raus.
Die Worte „Blackhat SEOs“ und „dreistellige DE-Domains“ und „verschenken“ passten für mich alle zusammen in ein nicht sehr schönes Bild, aber letztlich war das ein Vorurteil, und deswegen tatsächlich dumm. So was sollte einem denkenden Menschen nicht passieren, tut es aber eben doch manchmal.
Auch wenn sie ziemlich spät kommt, würde ich mich freuen, wenn du meine Entschuldigung akzeptierst. Den Link im Beitrag zur Nachbereitung habe ich mit der URL deiner o.g. Seite angepasst.
Ich bin nicht nachtragend, hatte mich damals nur sehr geärgert.
Verstehe ich. Zweite Chance, freut mich!